Ein ausgefeiltes Konzept ist die Erfolgsgarantie für die Präsentation vor dem potentiellen Auftraggeber? Ein paar rhetorische Kniffe reißen beim Vortrag Fachpublikum und Presse vom Hocker? »Leider nicht«, weiß Ineke de Jongh, Mitbetreiberin des Start-up Unternehmens SPEEK mit Stammsitz in Freiburg und - seit August 2001 - einer Niederlassung in Kassel.

»Auch überzeugende Inhalte erzielen nur die gewünschte Wirkung, wenn sie vom Vortragenden optimal »transportiert« werden. Der non-verbalen Kommunikation - Körperhaltung, Gestik, Mimik und Stimme - kommt erwiesenermaßen eine höhere Bedeutung zu als den Worten«, erklärt die Lehrerin der Präsentationstechnik nach F.M. Alexander.

Aufregung und gesteigerte Anspannung können die Inhaltsübermittlung massiv beeinträchtigen. Das Unbehagen des Vortragenden zeichnet sich dann z.B. ab in verkrampfter Körperhaltung, starrer Mimik und einer dünn und »abgeklemmt« klingenden Stimme.

Unbewusst werden die Signale vom Rezipienten empfangen, der Vortragende wird nicht als interessant und überzeugend erlebt - die Wirkung seiner Worte »verpufft«.Hier setzt die F.M. Alexander-Technik an, um den konstruktiven Umgang mit Aufregung und ein gelassenes, überzeugendes Auftreten zu entwickeln.

Im Focus dieser Methodik, die vom australischen Schauspieler F.M. Alexander (1896 - 1955) im Laufe vieler Jahre entwickelt wurde, steht ein gesundes Kopf-Hals-Rücken-System ohne störende Verspannungen. Es beeinflusst entscheidend die gesamte Körperkoordination und das Wohlbefinden.

Zwangshaltungen am Arbeitsplatz, aber auch psychische Belastungssituationen bringen die natürliche Balance zwischen Ent- und positiver Anspannung aus dem Lot und manifestieren sich in schmerzhafter Muskelverkrampfung und Fehlhaltung.

In Seminaren oder im Einzel-Coaching veranlasst de Jongh durch verbale und manuelle Impulse übermäßig angespannte Körperpartien der Klienten zum »Nachlassen«, andere zur Spannungssteigerung.

Problemlos abgewöhnen kann man sich Haltungsfehler und Verspannungen nicht. »Das menschliche Handeln ist in Reiz-Reaktions-Verbindungen organisiert, die nicht ohne weiteres gelöst werden können«, so de Jongh. So reagiere möglicherweise der Körper des Vortragenden ganz automatisch auf die Signalreize »Podium-Publikum-Manuskript« mit Symptomen wie gekrümmter Haltung, Zitterknien und »Fistelstimme«.

Mit Hilfe der Alexander-Technik können dieser Verbindungen abgekoppelt werden. »Bewusste Entschleunigung« heißt der Königsweg. Ein wiederholtes kurzes Innehalten in der Aktion und die bewusste Wiederherstellung der Spannungsbalance treiben einen Keil in ungünstige Reiz-Reaktionsmuster. Conscious control - das bewusste Selbstmanagement - tritt Zug an Zug an die Stelle von unkontrollierter Verkrampfung und Fehlhaltung.

Das Selbstmanagement eröffnet den freien Zugriff auf ein vielfältiges Repertoire von körpersprachlichen Elementen, die in der Präsentation gezielt und wirkungsvoll eingesetzt werden können. Auch die Stimme kann sich im unverkrampften Körper frei entfalten und die verbalen Botschaften unterstützen.

Auch wenn die bewusste Entschleunigung etwas Zeit kostet, die Investition lohnt sich: Mit erhöhtem Wohlbefinden geht eine gesteigerte Effektivität des Handelns einher.

aus: Wirtschaft Nordhessen, Oktober 2001

You translate everything, whether physical, mental or spiritual, into muscular tension.

F.M. Alexander

No problem can ever be solved by the same consciousness that created it.

Albert Einstein

We must be the change we wish to see in the world.

Mahatma Gandhi

Everybody wants to change the world, but nobody wants to change them self.

Leo Tolstoy

Change involves carrying out an activity against the habit of life.

F.M. Alexander